Rückkehr der Produktion in Industrieländer

2015-01-16 13:01 von Connect GmbH

Noch vor wenigen Jahren gab es den eindeutigen Trend, personalintensive Produktion in Niedriglohnländer, wie die Volksrepublik China, zu verlagern. Mittlerweile stellt sich in vielen Firmen die Standortfrage wieder neu: „Die Unternehmen haben erkannt, dass die Hebelwirkungen der vordergründigen Reduktion von direkten Personalkosten durch Verlagerung in Niedrigländer begrenzt ist“, berichtet Christoph Zanker vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in der FAZ.

Das Textilunternehmen Bierbaum in Borken, der Spielwarenhersteller Simba-Dickie, der Modellbahnhersteller Märklin oder der Spielehersteller Ravensburger – sie alle haben zweifelhafte Erfahrungen mit der Produktion in China gemacht: Angefangen von mangelnder Qualität über Diebstahl von Material und Geld bis hin zu falschen Angaben beim Personalumfang. Einige Unternehmen finden deshalb wieder den Weg zurück nach Deutschland: „Wir gleichen den Nachteil der höheren Löhne durch bessere Technik aus“, heißt es bei Ravensburger. Dass China nicht mehr das preiswerte Produktionsland ist, belegt auch eine Studie der Boston Consulting Group (BCG): Demnach sei der Fertigungskostenvorteil Chinas gegenüber den USA auf weniger als 5 Prozent gesunken – begründet durch starke Lohnerhöhungen in China und niedrige Energiekosten durch den Ölpreisrückgang in den Industrieländern wie den USA.

Ein weiterer Trend zeichnet sich ab: Immer mehr Unternehmen führen die Produktion näher an den Absatzmarkt heran. Der kürzere Transportweg erhöhe die Flexibilität. Der Haushaltswarenhersteller Leifheit produziere nun wieder in Europa, um die Verfügbarkeit seiner Produkte kurzfristig zu erhöhen, berichtet die FAZ. Der technologische Fortschritt befördere diese Entwicklung zusätzlich: Mit der Weiterentwicklung des 3D-Drucks und der zunehmenden Vernetzung verliere der Anteil der Lohnkosten an den Produktionskosten an Bedeutung. Der BDI-Präsident Ulrich Grillo sieht darin ganz neue Chancen für den hiesigen Standort: „Vielleicht können wir sogar die nach Fernost abgewanderte Massenproduktion zurückholen“, wird er in der FAZ zitiert.

Quelle: Der Personaldienstleister

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